
Sattelcheck per Thermographie: So erkennen Sie, ob der Sattel passt
Stand: 13. Oktober 2026
Ein Sattel, der nicht passt, ist eine der häufigsten Ursachen für Rückenverspannungen, Widersetzlichkeit und Taktfehler beim Pferd. Das Problem: Pferde beschweren sich leise. Erst wenn das Pferd beim Satteln die Ohren anlegt, sich beim Aufsteigen wegdrückt oder im Rücken fest wird, fällt es auf. Die Thermographie, also das Wärmebild, macht sichtbar, was unter dem Sattel passiert: Wo drückt er, wo liegt er hohl, wo entsteht Reibung? In diesem Artikel erklären wir, wie der Sattelcheck per Wärmebild funktioniert und was Sie vorher selbst prüfen können.
Anzeichen für einen schlecht sitzenden Sattel
Diese Signale sehen wir in der Praxis immer wieder. Treffen mehrere davon auf Ihr Pferd zu, lohnt sich ein genauer Blick:
- Das Pferd legt beim Satteln oder Gurten die Ohren an, schnappt oder tritt nach dem Bauch.
- Weiße Haare oder kahle Stellen im Sattelbereich, besonders hinter dem Widerrist.
- Trockene Stellen in der Schweißdecke nach dem Reiten, wo rundherum alles nass ist. Dort hat der Sattel so stark gedrückt, dass die Schweißdrüsen nicht gearbeitet haben.
- Der Sattel rutscht nach vorn, nach hinten oder zur Seite.
- Das Pferd geht nach dem Satteln klamm, hält den Rücken fest oder will nicht vorwärts.
- Taktfehler, Schweifschlagen, Zähneknirschen oder Buckeln beim Angaloppieren.
- Muskelschwund links und rechts hinter dem Widerrist, die typischen „Löcher“.
Der Selbst-Check am Stall
Bevor Sie einen Sattler oder uns holen, können Sie einiges selbst prüfen. Legen Sie den Sattel ohne Pad und ohne Gurt auf das geputzte Pferd:
- Lage: Der Sattel liegt hinter dem Schulterblatt. Fühlen Sie das Schulterblatt und prüfen Sie, ob die Vorderzwiesel dahinter beginnt. Nach hinten darf der Sattel nicht über den letzten Rippenbogen hinausragen.
- Widerristfreiheit: Zwischen Widerrist und Sattelkammer sollten zwei bis drei Finger Platz sein, auch mit Reiter im Sattel.
- Wirbelsäulenfreiheit: Der Kanal zwischen den Sattelkissen muss über die gesamte Länge frei sein. Schauen Sie von hinten hindurch, Sie sollten Licht sehen.
- Auflage: Fahren Sie mit der flachen Hand unter die Kissen. Der Druck sollte gleichmäßig sein, keine Brücke in der Mitte, keine Kanten vorn oder hinten.
- Balance: Der tiefste Punkt des Sitzes liegt in der Mitte, der Sattel kippt weder nach vorn noch nach hinten.
Dieser Check zeigt grobe Probleme. Was er nicht zeigt: wie sich der Sattel unter dem Reiter in der Bewegung verhält. Genau hier setzt die Thermographie an.
Wie der Sattelcheck per Thermographie funktioniert
Die Wärmebildkamera misst die Oberflächentemperatur des Pferdes auf Zehntelgrade genau. Jede Stelle, an der der Sattel drückt oder reibt, wird stärker durchblutet und damit wärmer. Stellen, an denen der Sattel hohl liegt, bleiben kühler. Diese Unterschiede sieht das Auge nicht, die Kamera zeigt sie farbig.
So läuft ein Sattellage-Check bei uns ab:
- Aufnahme vor dem Reiten: Wir fotografieren den Rücken des ungesattelten, trockenen Pferdes. Das ist das Vergleichsbild.
- Reiten wie immer: Sie reiten etwa 20 bis 30 Minuten in allen Gangarten, mit Ihrem Sattel, Ihrem Pad und Ihrer gewohnten Ausrüstung.
- Aufnahme nach dem Reiten: Direkt nach dem Absatteln fotografieren wir Rücken und Sattelunterseite. Jetzt zeigen sich Druckpunkte, Reibestellen und Brücken als Wärme- oder Kältezonen.
- Auswertung: Wir besprechen die Bilder mit Ihnen direkt am Pferd. Auf Wunsch senden wir Ihnen die Wärmebilder per E-Mail zu, zum Beispiel für Ihren Sattler.
Unser Tipp: Beim Equipment-Check nehmen wir zusätzlich Trense, Gebiss und Gurt mit ins Bild, denn oft drückt nicht nur der Sattel. Beim KörperScan sehen wir uns das ganze Pferd von Kopf bis Huf an, weil ein Sattelproblem selten allein kommt.
Was man auf dem Wärmebild sieht
Ein paar typische Muster, die wir regelmäßig finden:
- Zwei warme Punkte hinter dem Widerrist: Der Sattel ist zu eng, die Ortspitzen drücken.
- Warmer Streifen auf der Wirbelsäule: Der Kanal ist zu eng oder der Sattel liegt auf dem Dornfortsatz auf.
- Kalte Zone in der Mitte, warm vorn und hinten: Brückenbildung, der Sattel liegt nur an den Enden auf.
- Einseitige Wärme: Der Sattel rutscht zur Seite, der Reiter sitzt schief oder das Pferd ist asymmetrisch bemuskelt. Hier schauen wir osteopathisch weiter.
- Warme Fläche hinten: Der Sattel ist zu lang und liegt auf der Lende.
Wichtig: Das Wärmebild ist eine Momentaufnahme und die Summe aller Einflüsse. Sonne, Zugluft, eine Decke oder ein nasses Fell verfälschen das Ergebnis. Deshalb bitten wir um eine sorgfältige Vorbereitung.
Und dann? Sattler und Osteopathie
Mit den Wärmebildern haben Sie und Ihr Sattler eine objektive Grundlage. Oft reicht eine Anpassung der Polsterung oder ein anderes Pad. Manchmal zeigt sich, dass der Sattel grundsätzlich nicht zum Pferd passt.
Fast immer hat ein Sattelproblem Spuren im Rücken hinterlassen: Verspannungen, Blockaden, Schonhaltungen. Diese lösen wir mit der Pferdeosteopathie, damit das Pferd den neuen oder angepassten Sattel überhaupt entspannt annehmen kann. Im Basis-Paket sind Osteopathie und Sattellage-Thermographie deshalb zusammengefasst.
Nach einer Sattelanpassung verändert sich die Bemuskelung des Pferdes. Möchten Sie den Sattel später noch einmal prüfen lassen, vereinbaren Sie einfach einen neuen Sattelcheck.
Fazit
Ein passender Sattel ist die Grundlage für ein gesundes Pferd und ein gutes Reitgefühl. Der Selbst-Check zeigt grobe Fehler, die Thermographie zeigt, was in der Bewegung unter dem Sattel passiert. Beides zusammen gibt Ihnen Sicherheit, bevor das Pferd Schmerzen entwickelt. Vereinbaren Sie einen Termin am Stall, wir kommen zu Ihnen.
Häufige Fragen zum Sattelcheck
Wie oft sollte ich den Sattel prüfen lassen?
Bei Sportpferden und jungen Pferden im Aufbau ein- bis zweimal im Jahr, bei Freizeitpferden mindestens einmal jährlich und immer dann, wenn sich Gewicht, Bemuskelung oder das Verhalten unter dem Sattel verändert haben.
Ersetzt die Thermographie den Sattler?
Nein, sie ergänzt ihn. Wir zeigen, wo der Sattel drückt, der Sattler ändert den Sattel. Viele Sattler freuen sich über die Bilder, weil sie damit gezielt arbeiten können.
Muss ich zum Termin reiten?
Ja, für den Sattellage-Check brauchen wir ein Bild vor und nach dem Reiten. Etwa 20 bis 30 Minuten in Ihrer gewohnten Ausrüstung reichen aus.
Was kostet der Sattelcheck?
Die Thermographie Sattellage kostet 85 € zuzüglich Fahrtkosten. Alle Varianten, auch den KörperScan und die Pakete, finden Sie auf der Seite Thermographie Pferd.
Kann ich das Wärmebild auch bei einem Kaufpferd machen lassen?
Ja. Ein KörperScan vor dem Kauf zeigt Verspannungen und Auffälligkeiten, die man am stehenden Pferd nicht sieht. Er ersetzt keine Ankaufsuntersuchung beim Tierarzt, ist aber eine wertvolle Ergänzung.
Fragen oder Termin?
Rufen Sie an, schreiben Sie per WhatsApp oder nutzen Sie das Formular. Wir melden uns in der Regel am selben Werktag.
Das könnte Sie auch interessieren



Hinweis: Wir arbeiten naturheilkundlich, osteopathisch und komplementärmedizinisch – unter anderem mit bioenergetischen Verfahren wie der Haaranalyse und der Frequenzfeld-Therapie. Wir geben kein Heilversprechen. In akuten Notfällen wenden Sie sich bitte an den tierärztlichen Notdienst.
